

Der iMac Pro ist ein hervorragender Rechner mit viel Wumms: Xeon-Prozessor, 32 GB Arbeitsspeicher, SSD, 10-Gigabit-Netzwerk, AMD-Radeon-Pro-Vega-Grafik und ein 5K-Display – immer noch schneller als viele PCs und viel zu wertvoll, um ihn zu entsorgen. Nur liefert Apple für ihn keine neuen macOS-Versionen mehr, und auch Windows ist keine Lösung: Windows 10 wird seit Oktober 2025 nicht mehr unterstützt, und für Windows 11 gibt es keine Boot-Camp-Treiber. Also läuft er jetzt mit Linux Mint (LMDE 7, auf Debian-Basis) weiter und dient als Spielekonsole und Scanner-Rechner.
Der iMac: Linux auf Apple-Hardware
Einfach ist das nicht: Im iMac Pro steckt Apples T2-Chip, über den Tastatur, Ton und weitere Hardware laufen. Mit der KI wurde das passende Kernelmodul selbst gebaut, der Ton auf die vier eingebauten Lautsprecher abgebildet, die WLAN-Firmware eingespielt und ein Netzwerkfehler der T2-Brücke behoben. Magic Mouse, Trackpad und Tastatur laufen über Bluetooth, dazu kommen ein macOS-ähnliches Erscheinungsbild und Spiele über Steam, Heroic und Lutris.
Der Scanner: ein alter Treiber auf neuem System
Der Kodak Alaris ScanMate i1150 ist ein schneller Dokumentenscanner: bis zu 25 Blatt pro Minute beidseitig, also rund 50 Seiten – nur stammt sein Linux-Treiber aus der Zeit von Ubuntu 12.04 bis 18.04. Auf einem aktuellen Debian bricht schon die Installation ab, und selbst von Hand eingerichtet liefert jeder Scan nur Fehler.
Mit der KI wurde der Treiber Schritt für Schritt auseinandergenommen: Warum scheitert der Installer, welche Bibliotheken fehlen, was erwartet das Programm vom System? Am Ende liefen die mitgelieferten Bibliotheken aus dem Paket heraus, die Gerätefreigabe wurde korrigiert, die Programmdateien mussten an einer Stelle binär gepatcht werden, und ein kleiner Wrapper spielt der Geräteerkennung das Betriebssystem vor, das sie erwartet. Daraus ist eine vollständige Anleitung samt Installationsskript entstanden.
Die Scan-App: ein Klick, und das Dokument ist abgelegt
Darauf sitzt eine eigene Scan-App im Browser – auf dem Bild oben zu sehen. Neun Profile vom Dokument über Rechnung, Vertrag und Visitenkarte bis zu Foto und Dia: Ein Klick – oder eine Taste am Stream Deck – und das Dokument wird gescannt, per Texterkennung durchsuchbar gemacht und landet dort, wo es hingehört: im Dokumentenarchiv Paperless-ngx, in der Nextcloud oder per E-Mail beim Empfänger.
Damit nach einer Neuinstallation nichts verloren geht, liegt alles in einem Git-Repository: Treiber, Firmware, Modulquellen, App und eine geprüfte Wiederherstellungsanleitung, mit der sich der ganze iMac in derselben Reihenfolge wieder aufbauen lässt.


